Zeitarbeit: Die größten Vorurteile und was dahintersteckt

Wir räumen mit den sechs größten Vorurteilen auf ...

Zeitarbeit oder auch Arbeitnehmerüberlassung hat in der heutigen Gesellschaft noch immer einen schlechten Ruf. Dabei ist die Arbeit auf Zeit für viele Menschen eine Chance und bietet einige Vorteile. Trotzdem gibt es noch haufenweise Vorurteile gegenüber Zeitarbeit, die größtenteils auf Unwissenheit basieren. Wir räumen mit den sechs größten Vorurteilen auf!

1.    Zeitarbeiter verdienen viel weniger 

Das wohl am weit verbreitetste Vorurteil ist, dass Zeitarbeitnehmer weniger verdienen als die Stammbelegschaft. Doch das ist nicht der Fall.
Durch den gesetzlichen Mindestlohn gibt es eine Lohnuntergrenze. Zudem werden Zeitarbeitnehmer nach Tarifvertrag bezahlt, welcher sich nach der Berufserfahrung und Qualifikation der Arbeiter richtet. Zusätzlich zu den Tarifverträgen gibt es in gewissen Branchen auch bestimmte Branchenzuschläge, die die Gehälter der Leiharbeiter an die der Belegschaft anpassen und sogar übersteigen können. Darüber hinaus erhalten Zeitarbeitnehmer zusätzliche Leistungen wie beispielsweise Fahrgeld von der Zeitarbeitsfirma, welche den meisten Stamm-Mitarbeiter verwehrt bleiben. Nicht zu vergessen ist die Regelung, dass Zeitarbeiter nach 9 Monaten den gleichen Stundenlohn wie die Belegschaft bekommen müssen.
 

2.    Arbeitnehmerüberlassung ist nur etwas für Geringqualifizierte

Zeitarbeit ist sowohl für Berufseinsteiger und Wiedereinsteiger nach einer Krankheit oder der Elternzeit als auch für Langzeitarbeitslose eine Chance den Sprung in die Berufswelt zu schaffen. Und ja - Personen, die keinen Abschluss oder Ausbildung haben, haben mit Zeitarbeit die Möglichkeit in das Berufsleben einzusteigen. Aber darüber hinaus finden auch Hochqualifizierte über die Arbeitnehmerüberlassung interessante und anspruchsvolle Jobs und Projekte. Viele Fachkräfte wissen noch nicht in welcher Branche sie arbeiten wollen – Zeitarbeit bietet den Fachkräften Einblicke in verschiedensten Branchen, um am Ende die passende Stelle zu finden.
 

3.    Endet ein Arbeitseinsatz, gibt es kein Geld

Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass man bei Zeitarbeit nur sein Gehalt bekommt, wenn man bei Unternehmen direkt im Einsatz ist. Doch diese Vermutung ist falsch. Viele Zeitarbeitnehmer haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Das bedeutet, wenn der Einsatz beim Kundenunternehmen zu Ende ist, aber noch kein neuer Einsatz generiert wurde, bekommt der Leiharbeiter weiterhin sein normales Gehalt. Die Gefahr liegt ganz bei dem Zeitarbeitsunternehmen. Und auch bei Krankheit oder Urlaub hat der Zeitarbeiter Anspruch auf seinen Lohn. Zudem kann der Zeitarbeitnehmer nicht so schnell gekündigt werden, da es ebenso einen gesetzlichen Kündigungsschutz im Arbeitsvertrag gibt. 
 

4.    Leiharbeiter werden nicht fest angestellt

Das Wechseln der Unternehmen macht den Eindruck als wäre man nie fest angestellt. Dieses Vorurteil stimmt nicht. Zeitarbeitnehmer sind fest angestellt - und zwar bei dem Zeitarbeitsunternehmen. Es ändert sich lediglich der Einsatzort. Wie auch bei jedem anderen Arbeitsvertrag werden bei Zeitarbeiter Urlaub und Krankheit im Vertrag geregelt. Sämtliche Sozialleistungen und Beiträge werden wie bei anderen Festangestellten vom Arbeitgeber übernommen.
 

5.    Zeitarbeitnehmer haben weniger Rechte

Das stimmt so nicht. Durch das gesetzliche Schutzpflichtenverhältnis hat der Zeitarbeiter ähnliche Rechte wie die Stamm-Mitarbeiter – auch wenn der Vertrag mit dem Personaldienstleister geschlossen wird. So dürfen die Leiharbeiter beispielsweise alle Gemeinschaftsräume des Betriebs verwenden und haben ebenso das Recht Informationen über freie Stellen im Unternehmen zu erhalten.
 

6.    Zeitarbeit macht sich nicht gut im Lebenslauf

Auch dieses Vorurteil ist falsch. Zeitarbeitnehmer können ohne Bedenken ihr Arbeitsverhältnis auf Zeit im Lebenslauf angeben. Für Personaler spielt es oft keine Rolle, ob der Bewerber bei einem Zeitarbeitsunternehmen oder einem anderen Unternehmen beschäftigt war. Oft ist es sogar ein Vorteil und wird von den Personalern als positiv angesehen. Denn Zeitarbeiter haben durch den Unternehmenswechsel viel Berufserfahrung und lernen unterschiedliche Branchen kennen, was dem Arbeitgeber zu Gute kommt. Aber auch Bewerber, die Zeitarbeit nur als Überbrückung zweier Jobs nutzen, umgehen damit Lücken im Lebenslauf.

 

 

Fazit: 
Wie man sieht gibt es viele Vorurteile gegenüber der Arbeitnehmerüberlassung, doch ist es viel besser als ihr Ruf es ist. Für Bewerber ist die Zeitarbeit eine echte Chance. So können Mitarbeiter herausfinden, in welcher Branche und in welchem Unternehmen sie ihre Arbeitskarriere einschlagen wollen, und gleichzeitig wichtige Berufserfahrung sammeln.
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