Ghosting im Bewerbungsprozess

Wer sich auf eine offene Stelle bewirbt, hofft bereits beim Versenden der Bewerbungsunterlagen auf eine Einladung zum Jobinterview. Antwortet das Unternehmen erst nach mehreren Wochen oder sogar überhaupt nicht, ist das meist sehr enttäuschend. Immer häufiger verhält es sich allerdings auch andersherum: Bewerberinnen und Bewerber sind wie vom Erdboden verschluckt und lassen aus unbekannten Gründen nichts mehr von sich hören.

Bei diesem Verhalten spricht man von Job-Ghosting. Was es damit auf sich hat und wie man damit umgehen kann, haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst. 

 

Was versteht man unter Ghosting?

Der Begriff Ghosting ist der Dating-Welt entlehnt. Vom Duden wird er so beschrieben: „Überraschender völliger Kontaktabbruch (ohne erkennbaren Grund), einseitige Einstellung jeglicher Kommunikation ohne Ankündigung“. Ghosting im Kontext des Bewerbungsprozesses bezieht sich auf das plötzliche und unerklärliche Schweigen seitens des Unternehmens oder des Bewerbers nach einer Phase des Interesses oder einer erfolgreichen Bewerbung. Dazu kann es während jeder Phase des Bewerbungsprozesses kommen – direkt nach dem Versenden des Lebenslaufs, nach einem Vorstellungsgespräch oder sogar nach einer mündlichen Jobzusage. Es handelt sich um einen stillen Rückzug, bei dem eine Partei ohne Vorwarnung den Kontakt abbricht, als wäre sie zu einer geisterhaften Erscheinung geworden.

 

 

Warum ghosten Arbeitgeber?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Arbeitgeber zum Ghosting neigen. Oftmals resultiert es aus internen Veränderungen im Unternehmen, einer plötzlichen Neuausrichtung der Geschäftsstrategie oder einer unerwarteten Verzögerung im Einstellungsprozess. In anderen Fällen kann es jedoch schlicht an mangelnder Professionalität oder mangelnder Sensibilität gegenüber dem Bewerber liegen. Für Kandidatinnen und Kandidaten, die vergeblich auf eine Reaktion warten, kann das recht folgenreich sein.

 

Was löst Ghosting bei Bewerberinnen und Bewerbern aus?

Ghosting kann für Bewerber schwerwiegende Auswirkungen haben, nicht nur auf ihre berufliche Entwicklung, sondern auch auf ihre psychische Gesundheit. Das Warten auf eine Rückmeldung, die nie kommt, kann Unsicherheit und Frustration auslösen. Bewerber investieren Zeit und Mühe in den Bewerbungsprozess, nur um dann im Ungewissen zurückgelassen zu werden. Dies kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und das Vertrauen in den Bewerbungsprozess insgesamt erschüttern – für Menschen, die sich in einer unsicheren Situation wie Arbeitslosigkeit oder drohendem Jobverlust befinden, eine zusätzliche schwerwiegende Belastung.

 

Warum betreiben Bewerber Ghosting?

Der stark veränderte Arbeitsmarkt der letzten Jahre hat zur Folge, dass sich Unternehmen bei Arbeitnehmern bewerben müssen. Bewerber wiederum haben deutlich mehr Stellenangebote, aus denen sie wählen können, als noch vor einiger Zeit. In dieser Situation passiert es, dass sich Kandidaten nochmal umentscheiden, weil sie ein besseres Angebot erhalten haben – Absagen bleiben einfach aus. Zwar sind Bewerberinnen und Bewerber nicht dazu verpflichtet Gründe für eine Absage anzugeben, doch es ist nicht unwahrscheinlich, derselben Personalerin später noch einmal im beruflichen Kontext zu begegnen. Das Ghosting wird unweigerlich negativ in Erinnerung bleiben.

 

Welche Folgen hat Ghosting für Unternehmen?

Für Arbeitgeber hat das Ghosting weitreichende Folgen. Dazu gehört unter anderem die Verzögerung des Bewerbungsprozesses und damit verbunden die Gefahr von personellen Engpässen, weil Stellen nicht zeitnah und reibungslos besetzt werden können. Zudem entstehen weitere Kosten durch die erneute Stellenausschreibung.

 

Wie kann man Job-Ghosting begegnen?

Eine klare Kommunikation ist wie so oft das A und O.Sowohl Arbeitgeber als auch Bewerber sollten sich bemühen, transparent und klar zu kommunizieren. Wenn es zu Verzögerungen kommt oder die Entscheidung länger dauert als erwartet, ist es wichtig, dies der anderen Partei mitzuteilen. Verbindliche Zu- und Absagen sollten für alle Beteiligten eine Selbstverständlichkeit sein. Ferner sollten Unternehmen zügig Kandidaten, die nicht in Frage kommen, höflich und verständlich ihre Entscheidung mitteilen. Regelmäßige Updates über den aktuellen Stand der Bewerbung durch die bearbeitende Stelle erspart Bewerbern Nachfragen und somit auch der Personalabteilung Zeitaufwand. Auf der anderen Seite sollten auch Bewerberinnen und Bewerber dem Unternehmen eine kurze Nachricht zukommen lassen, falls eine Stelle für sie aus den verschiedensten Gründen nicht mehr in Frage kommt.

Job-Ghosting ist ein Verhalten, das gleichermaßen bei Arbeitgebern und Bewerbern für Frustration und Unsicherheit sorgt. Mit ein paar Maßnahmen, wie offene Kommunikation, regelmäßige Updates und respektvolles Verhalten, kann dieses Phänomen etwas eingedämmt und der Bewerbungsprozess für alle Beteiligten transparenter und fairer gestaltet werden.  

 

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