Employer Value Proposition

​​Für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Unternehmen sind eindeutige Alleinstellungsmerkmale unumgänglich. Dies geht weit über Produkte und Dienstleistungen hinaus und gilt so auch für das Rekrutierung von Arbeitskräften. Der Fachkräftemangel hat die Bewerber wählerischer gemacht. Firmen müssen heute ihren Mitarbeitern zahlreiche Vorteile bieten, um Erfolg beim Recruiting zu haben. Um Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen, reicht die pünktliche Überweisung des Gehalts längst nicht mehr aus. Wie Sie durch Werteversprechen erfolgreich Personal finden und halten, erläutert dieser Beitrag.

 

 

Employer Value Proposition – was ist das überhaupt?

Die Entwicklung und Umsetzung von Werteversprechen ist nicht nur für das Recruiting, sondern auch für die langfristige Bindung von Arbeitskräften entscheidend. Die Employer Value Proposition, abgekürzt EVP, beschreibt die Alleinstellungsmerkmale eines Unternehmens gegenüber anderen Arbeitgebern. Sie gehört zum Employer Branding und kommuniziert die Vorzüge, die Bewerber hinsichtlich einer Stelle erwarten können. Es gibt die verschiedensten Argumente, mit denen sich Betriebe einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Talente verschaffen können.


Vergütung

Die Bezahlung spielt eine wichtige Rolle. Diese ist für jeden Bewerber ein wichtiges Entscheidungsmerkmal ist. Eine Stelle mit einem hohen Einkommen wirkt attraktiv. Es bietet dem Arbeitnehmer mehr Freiräume für seine persönliche Lebensplanung und zeugt zudem von der wirtschaftlichen Gesundheit eines Unternehmens. Nicht immer muss dabei das Grundgehalt im Vordergrund stehen – attraktive, leistungsbezogene Boni verbessern so ebenfalls Ihre Chancen.
 

Gesunde Arbeitsumgebung

Eine gesunde Arbeitsumgebung ist nicht nur leistungsfördernd, sie macht einen Arbeitgeber auch attraktiver. Eine hochwertige, ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes und zusätzliche Benefits können die Arbeitgebermarke in diesem Zusammenhang aufwerten. Darüber hinaus können zu den betrieblichen Leistungen auch kostenlose Getränke, Snacks oder Fahrkostenzuschüsse über ein Firmenabo beim öffentlichen Nahverkehr dazu gehören. Ein weiteres Arbeitgeberversprechen ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit – etwa Gleitzeit. Die Möglichkeit des Homeoffice kann ebenso zur Employer Value Proposition gehören wie auch ein Rückzugsort abseits der Geschäftigkeit eines Großraumbüros. Gerade kreative Köpfe erbringen oft in einer entspannten Atmosphäre bessere Arbeitsergebnisse, wovon letztendlich auch das Unternehmen profitiert.
 

Unternehmenskultur

Dabei geht es in erster Linie um die Werte einer Firma, mit denen sich der Arbeitnehmer identifizieren. Die Unternehmenskultur umfasst hierbei menschliche, gesellschaftliche aber auch politische Positionen. Zumal Bewerbern, die eine langfristige Anstellung anstreben, ist es wichtig, die Werte eines Unternehmens zu teilen. Die Haltung zur Gleichbehandlung und Leistungserwartung ist in diesem Fall entscheidend. Ein übermäßiger Leistungsdruck andererseits kann die Arbeitsergebnisse negativ beeinflussen und ist häufig ein ausschlaggebender Grund für eine hohe Fluktuation. Zu Themen der Globalisierung oder der Arbeitswelt im Alter sollten Betriebe ebenfalls eine klare Position aufweisen.
 

Karrierechancen

Neben dem Einkommen sind die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten ein wichtiger Punkt in der Employer Value Proposition. Welche Chancen gibt es in Ihrem Unternehmen in der Hierarchie aufzusteigen? Setzen Sie bei der Besetzung von Führungspositionen auf interne Talente? Die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen ist ein weiteres Werteversprechen, das einen guten Arbeitgeber ausmacht.
 

Weitere Faktoren für die Schaffung einer einzigartigen Arbeitgebermarke

Ziel ist es ein Arbeitgeberversprechen zu schaffen, das sich von anderen Arbeitgebern deutlich absetzt. Dazu stehen dem Unternehmen neben den genannten Faktoren zahlreiche „Soft-Skills“ zur Verfügung. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt für die Entwicklung eines attraktiven Employer Brandings ist die Mitarbeitergesundheit. Zeitdruck, eine permanente Überlastung und die Notwendigkeit einer ständigen Erreichbarkeit machen krank. Ablesbar ist dies in der Statistik zum Krankenstand. Die Auswirkungen sind eine hohe Ausfallrate.

Mit Schulungen zum Stress-Management und einer Verbesserung der Arbeitsabläufe lässt sich hierbei Abhilfe schaffen. Das kostenlose Angebot von Obst oder gesunden Getränken sowie Kooperationen mit Fitnessstudios nehmen einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist außerdem die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Wer sich um seinen Job keine Sorgen machen muss ist produktiver. 

Ein weiteres Arbeitgeberversprechen ist die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In diesen Bereich fallen Teilzeit-Arbeitsmodelle ebenso wie betriebliche Angebote zur Kinderbetreuung. Weitere Employer Value Propositions sind Firmenevents oder Geschenke zu Geburtstagen und feierlichen Anlässen wie Weihnachten. Firmenveranstaltungen oder Ausflüge sind ein ideales Mittel zum Teambuilding, das sich positiv auf das Betriebsklima auswirkt.


Die Entwicklung von Werteversprechen

Ein starkes Employer Branding ist die zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Recruiting. Die Werteversprechen eines Unternehmens sind dabei ein entscheidender Faktor hinsichtlich der positiven Wahrnehmung der Arbeitgebermarke. Employer Value Propositons machen nicht nur neue Fachkräfte auf Ihr Unternehmen aufmerksam, sondern sorgen auch für eine höhere Identifikation mit Ihrem Unternehmen. Außerdem lassen sich so Motivation und Zufriedenheit steigern. Arbeitgeberversprechen dienen nicht zuletzt der besseren Produktivität und damit der Ertragssteigerung im Betrieb. Doch wie entwickelt man eine erfolgreiche Employer Value Propositon?
 

Ehrliche Bestandsaufnahme

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Diese kann über eine Mitarbeiterbefragung erfolgen und sollte möglichst viele Beteiligte einbeziehen. Neben Führungskräften gehören dazu auch die Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen. Es geht dabei nicht um tiefgreifende empirische Datenerhebungen, sondern um einfache Fragen:

Würden sich Mitarbeiter wieder für das Unternehmen entscheiden? Warum? Warum nicht? Auf diese Weise erhalten Sie Aufschluss, welche Vorzüge bereits zum Tragen kommen. Gleichzeitig erfahren Sie, wo es Stellschrauben gibt, um ihre Position am Arbeitsmarkt zu verbessern. Wichtig hierbei ist eine anonyme Befragung, um ehrliche Antworten zu erhalten. Nicht unwesentlich ist zeitgleich ein Vergleich mit Konkurrenten.

Aber wie definieren diese ihre Arbeitgebermarke? Es gilt zunächst zu erkennen, ob Sie entscheidende Arbeitgeberversprechen glaubwürdiger vermitteln können. Nicht außer Acht lassen dürfen Sie zuletzt die Zielgruppe für Ihr Recruiting. Hier können Studien oder Befragungen an Hochschulen und Berufsschulen wichtige Anhaltspunkte geben. 
 

Beliebigkeit verhindern

Entscheidend auf dem Weg zu einer Arbeitgebermarke ist es, wenigstens einen USP zu finden, der das Unternehmen von den Mitbewerbern abhebt. Eine wichtige Informationsquelle sind die eigenen Mitarbeiter. Sie können am genauesten sagen, warum sie in einem Unternehmen arbeiten und es auch weiterhin tun wollen. Aus diesen Erkenntnissen erster Befragungen können sie zum Teil schon ableiten, was Sie als Arbeitgeber im Vergleich zu den Mitbewerbern einzigartig macht. Suchen Sie nach den stärksten Argumenten.

Ein Arbeitgeberversprechen darf nicht zu allgemein oder beliebig erscheinen. Ein „angenehmes Betriebsklima“ ist eher kein Alleinstellungsmerkmal. Vielmehr ist die Frage zu beantworten, was das Klima angenehm macht. Ziel ist es, einzigartige Argumente zu finden und diese zu einer Vision als Arbeitgeber zu entwickeln. Entscheidend hier ist, dass Sie diese Vision glaubwürdig vermitteln können und im Unternehmen auch tatsächlich leben. Von Vorteil ist es, die Mitarbeiter bei der Suche und Entwicklung dieser Mission einzubeziehen. Die starke Mitarbeiterbeteiligung in Entscheidungsprozessen kann ebenfalls ein Werteversprechen für eine starke Arbeitgebermarke sein.

Abschließend fehlt noch ein Claim, der Ihre Werte kurz und prägnant zum Ausdruck bringt. Er wird zum Motto für Ihr Employer Branding und erscheint in Ihrer internen und externen Kommunikation. Glaubwürdigkeit gewinnt die Kampagne für Ihr Recruiting, indem Sie Ihre Vision als Arbeitgeber tagtäglich im Unternehmen leben. So können Ihre Angestellten darüber berichten. Ihr guter Ruf kann sich nicht besser herumsprechen als durch Ihr Personal.

 

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