Corporate Benefits - Mitarbeiterangebote im Überblick

Employer Branding wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Hierbei handelt es sich um eine Marketingstrategie, die den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke zum Ziel hat. Die Grundgedanke ist, mithilfe von Benefits und besonderen Werten Bewerber vom eigenen Unternehmen zu überzeugen und so Wettbewerber in den Schatten zu stellen.

Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource eines jeden Unternehmens und entscheiden über den Erfolg auf dem Markt. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur qualifizierte Fachkräfte vom eigenen Unternehmen zu überzeugen, sondern diese auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Corporate Benefits sind bei diesem Vorhaben eine wesentliche Voraussetzung für die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen. Was nun Corporate Benefits sind und wie diese umzusetzen sind, soll in diesem Artikel näher erläutert werden.

 

 

Corporate Benefits – Definition

Unter Corporate Benefits werden genau genommen Mitarbeiterangebote bzw. Mitarbeitervorteile verstanden. Diese machen sich durch Leistungen bemerkbar, die Angestellten unabhängig vom Gehalt angeboten werden, um die Mitarbeitermotivation anzuheben. Bestandteile von Corporate Benefits sind beispielsweise Gesundheitsprogramme, spezielle Vergünstigungen oder die Bereitstellung von einem Dienstwagen. Ausschlaggebend ist, dass die Unternehmen diese Corporate Benefits ihren Mitarbeitern freiwillig zur Verfügung stellen und auf diese Weise die Arbeitgeberattraktivität deutlich hervorheben.

 

Warum sind Corporate Benefits wichtig?

Gerade in den letzten Jahren haben Corporate Benefits an Bedeutung gewonnen. Zudem haben verschiedene Umfragen gezeigt, dass Corporate Benefits für viele Mitarbeiter ausschlaggebend dafür sind, sich für oder gegen einen bestimmten Arbeitgeber zu entscheiden. Außerdem ist ein hoher Anteil von Mitarbeitern dazu bereit, weniger Gehalt zu akzeptieren, wenn im Gegenzug Corporate Benefits ausgegeben werden.

Von seitens der Unternehmen werden die verschiedensten Marketingstrategien angewandt, wenn es darum geht Neukunden zu gewinnen. Dabei geht es in erster Linie nicht um die Produkte oder Dienstleistungen, die angeboten werden, sondern vielmehr um die Unternehmenskultur und die Werte, für die ein Unternehmen steht. Kunden entscheiden sich heute eher für ein bestimmtes Unternehmen, wenn sie sich mit der Kultur, den Werten und der Vision identifizieren können. In diesem Fall spielt der Preis hingegen nur noch eine untergeordnete Rolle, denn Kunden sind durchaus bereit, einen höheren Preis zu bezahlen, wenn sie Vertrauen zu einem Unternehmen aufgebaut haben.

In gleicher Weise verhält es sich heute mit der Arbeitgebermarke. Auch hier spielt das Gehalt nur noch eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Positionierung des jeweiligen Arbeitgebers auf dem Arbeitsmarkt in Verbindung mit seinen Werten, seiner Unternehmenskultur und vor allem entsprechenden Corporate Benefits. Schafft es der Arbeitgeber, sich in den Augen der Mitarbeiter einzigartig zu positionieren, wird dadurch die Reputation des Unternehmens nachhaltig gesteigert. Natürlich sollte ein Unternehmen darüber hinaus ebenfalls auf Glaubwürdigkeit und Vertrauen setzen, damit die Bindung überhaupt zustande kommen kann.

Um also die eigene Arbeitgebermarke aufbauen zu können, ist es demnach wichtig, sich eine geeignete Strategie zu überlegen mit der möglichst viele Bewerber angesprochen werden. Dem Mitarbeiter auf der anderen Seite wird Wertschätzung und Respekt entgegengebracht – er erkennt, dass er als Individuum selbst im Vordergrund steht anstelle primär seiner Arbeitsleistung.

 

Ziele von Corporate Benefits

Erfolgreiches Recruiting

Arbeitnehmer lassen sich grundsätzlich in Babyboomer, Generation X, Generation Y, Generation Z und Generation Alpha unterteilen. Sie alle kommen mit unterschiedlichen Anforderungen und Vorstellungen auf ihren zukünftigen Arbeitgeber zu. Diente die Arbeit für ältere Generationen hauptsächlich dem Broterwerb und spielte das Gehalt eine elementare Rolle, legt die jüngere Generation heute viel Wert auf Herausforderungen, Wertschätzung sowie Zufriedenheit. Zudem sehen sie einen tieferen Sinn in der Arbeit, die sie verrichten.

Der Ausgleich in Form von genügend Freizeit genauso wichtig wie spannende Projekte, in denen sie sich einbringen und weiterentwickeln können. Eine leistungsgerechte Vergütung allein ist demnach nicht mehr ausschlaggebend, dass sie sich für oder gegen ein bestimmtes Unternehmen entscheiden. Sie legen sondern viel Wert auf Mitarbeitervorteile, Weiterbildungsangebote und Entwicklungschancen.

Viele Unternehmen, die sich diesen Corporate Benefits schon angenommen haben, bewerben ihre Angebote auch auf den Karriereseiten ihrer Website. Dabei beschränken sich Arbeitgeber nicht auf einige wenige Benefits, sondern stellen breit gefächerte Programme auf. Das liegt daran, dass abhängig vom jeweiligen Alter und den persönlichen Bedürfnissen natürlich auch die Ansprüche entsprechend verschieden sind. Während sich Eltern über Betreuungsangebote für ihre Kinder freuen, bevorzugen andere wiederum Fitness- oder Gesundheitsangebote.

 

Höhere Mitarbeiterbindung

Fühlen sich Mitarbeiter wohl im Betrieb, steigt automatisch die Motivation und damit auch die Leistungsbereitschaft. Je mehr und bessere Anreize geschaffen werden, desto eher kann sich ein Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Diese starke Bindung zum Unternehmen sorgt wiederum dafür, dass ein Arbeiter sein volles Potenzial entfalten kann, was erneut dem Unternehmen zugutekommt.

Für ein Unternehmen ist der gesamte Bewerbungsprozess mit hohen Kosten und einem enormen Zeitaufwand verbunden. Gelingt es dem Arbeitgeber nicht die Mitarbeiter an sich zu binden, kommt es infolgedessen zu einer erhöhten Fluktuation im Betrieb. In der Folge muss der gesamte Bewerbungsprozess von vorne gestartet werden und Ausfälle müssen von der Stammbelegschaft übernommen werden.

Derartige Komponenten tragen nicht nur nicht zur Mitarbeiterbindung bei, sondern können auch an den Kräften der Personalabteilung zehren. Stellen müssen neu ausgeschrieben, Bewerbungsgespräche müssen geführt und neue Mitarbeiter gewonnen werden. Schließlich ist auch keine Garantie vorhanden, dass der neu gewonnene Mitarbeiter dem Unternehmen auch treu bleibt. Durch Anreize in Form von Corporate Benefits können diese Gefahren deutlich abgemildert werden.

 

Fehlzeiten werden reduziert

Das Einhalten von Fristen, ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und immense Anforderungen im Beruf können in der Arbeitswelt schnell zu einer Überforderung führen. Hinzu kommt, dass durch die zunehmende Mobilität die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben immer mehr verschwimmen. Stress und Burn-out-Symptome sind die Folge – eine Entwicklung, die oft einhergeht mit höheren Fehlzeiten. Investieren Unternehmen in bestimmte Gesundheitsprogramme - gerade in die Prävention von Stress und Burn-out - wird vermieden, dass Mitarbeiter aufgrund der psychischen Belastung ausfallen. 

Hinzu kommt, dass durch derartige Angebote die Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig gesteigert werden kann. Solche Angebote können unter anderem bestimmte Meditationstechniken, Yoga-Kurse oder Seminare sein, aber auch die Bereitstellung von gesunden Nahrungsmitteln. Auf diese Weise wir nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert, sondern den einzelnen Angestellten wird ebenfalls ein gewisser Grad an Wertschätzung entgegengebracht.

 

Welche Corporate Benefits können von Unternehmen eingesetzt werden?

Nachhaltiges Gesundheitsmanagement

Der Grundgedanke hinter dem Gesundheitsmanagement ist, sowohl in die mentale als auch körperliche Verfassung des Mitarbeiters zu investieren. Im Mittelpunkt stehen hierbei Programme, die sich sowohl rund um die Themen Fitness, Entspannung, Wellness als auch um die Ernährung drehen. Es geht darum, sich die Gesundheit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten, sodass sich diese einerseits dem Unternehmen verbunden fühlen und auf der anderen Seite Leistungsabfall zu unterbinden. 

So können beispielsweise direkt im Unternehmen Yoga-Kurse zum Einsatz kommen, Arbeitgeber können in Fitnessprogramme investieren (die Bereitstellung von Mitgliedschaften in bestimmten Fitnessstudios) und Entspannungstechniken anbieten. All diese Komponenten schaffen einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag und sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter regenerieren können.

 

Weiterbildungsangebote

Gerade die jüngere Generation braucht Herausforderungen und spannende Projekte, um sich in einem Betrieb wohlzufühlen. Es geht nicht primär um das Gehalt, sondern die Arbeit hat einen hohen Stellenwert bei der Belegschaft. Weiterbildungsangebote dienen dazu, dass sich Mitarbeiter weiterentwickeln und die Eigenverantwortung weiterausbauen können.

 

Coachings

Stressresilienz und soziale Kompetenzen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Bieten Unternehmen Coachings zu diesen Themen an, kann das als nachhaltige Investition in die Zukunft angesehen werden. Dadurch lernen die Mitarbeiter, wie sie am besten mit Stress und großen Herausforderungen umgehen können und sind in Zukunft besser gewappnet. 

Coachings auf dem Gebiet der sozialen Kompetenzen sorgen dafür, dass das Betriebsklima nachhaltig gestärkt wird. Beide Bestandteile sind essentiell für die Mitarbeiterbindung. Ein Unternehmen kann noch so attraktive Angebote zur Verfügung stellen, wenn das Betriebsklima nicht stimmt, kann keine Mitarbeiterbindung erfolgen.

 

Home-Office und flexibles Arbeiten

Die Corona-Pandemie hat es gezeigt: Viele Unternehmen haben das Potenzial ihren Mitarbeitern das Arbeiten von daheim aus anzubieten. Durch das Anbieten von flexiblen Arbeitszeiten können auch Eltern angesprochen werden, die aufgrund der starren Arbeitszeiten bisher keine Arbeitsstelle gefunden haben.

 

Betreuungsangebote

Ein Großteil der Belegschaft hat daheim eine Familie. Kindertagesstätten bedeuten für Mitarbeiter eine sehr hohe finanzielle Belastung. Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, überhaupt einen Platz für die Kinder zu bekommen. 

Dieser Umstand trägt dazu bei, dass qualifizierte Mitarbeiter, die eigentlich das Potenzial hätten, ein Unternehmen nachhaltig zu beeinflussen, sich gar nicht erst bewerben, da keine Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder zur Verfügung stehen. Hier kann der Arbeitgeber ansetzen. Jenem stehen hier vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung: Während die einen nur einen Zuschuss für die Kindergärten gewähren, gehen andere dazu über, mit bestimmten Kindergärten zusammenzuarbeiten, damit auch der Platz gesichert ist.

 

Benefits für den Arbeitgeber

Die Corporate Benefits bieten darüber hinaus auch für den Arbeitgeber eine Vielzahl an Vorteile. Neben dem Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke zählen auch die Steuervorteile zu den wichtigsten Motiven. Bei Sachbezügen entfallen so die Steuern entweder komplett oder fallen nur in einem geringen Rahmen an. Pro Mitarbeiter liegt übrigens die Steuerfreiheit bei Sachbezügen bei 44 Euro.

Bei der Bereitstellung eines Firmenwagens müssen die Fahrten als geldwerter Vorteil versteuert werden. Auch Jobtickets (für Fahrten zwischen der Wohnung und Arbeitsstätte sind von der Steuer und Sozialversicherung befreit). Dieser Betrag kann allerdings nicht in Gehalt umgewandelt werden, sondern muss zuzüglich an den Arbeitnehmer ausgezahlt werden.

Wird dem Arbeitnehmer ein Laptop zur Verfügung gestellt, ist dieser auch dann steuerfrei, wenn der Arbeitnehmer dieses auch privat nutzen darf. Das gleiche trifft im Übrigen auf andere technische Geräte wie Smartphones zu. Diese können unabhängig von der Nutzung vom Arbeitgeber als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Auch wenn ein Zuschuss zur Betreuung der Kinder gewährt wird, ist dieser von der Steuer und der Sozialversicherung befreit und kann bis zu 500 Euro im Monat betragen. Der Betrag ist abhängig vom Wohnort.

Werden Kurse zur Gesundheitsförderung angeboten, können auch hier bis zu 500 Euro steuerfrei angeboten werden. Allerdings ist hier zu beachten, ob es bereits steuerlich vergünstigte Kurse gibt, die beispielsweise durch die Träger der Krankenkassen gefördert werden.

Von einigen Arbeitgebern werden außerdem auf bestimmte Produkte und Dienstleistungen Vergünstigungen angeboten. Diese sind für den Arbeitnehmer unter anderem sehr attraktiv, weil dadurch keine zu hohen Kosten anfallen. Der Mitarbeiter muss im Gegensatz zum Gehalt keine Steuern oder Sozialabgaben entrichten. Allerdings gibt es für den Arbeitgeber selber eine Beschränkung: Steuerfrei sind diese Rabatte nur dann, wenn es sich um eine 4%ige Ermäßigung handelt. Der Freibetrag ist jährlich auf 1080 Euro begrenzt. Übersteigen die Ermäßigungen diesen Wert, müssen auch Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden.

 

Was gibt es bei Corporate Benefits zu beachten?

Wie bereits weiter oben erwähnt, heben viele Unternehmen diese Benefits auf dem Karriereportal der eigenen Website hervor. Damit die Arbeitgebermarke allerdings tatsächlich gefördert wird, ist es notwendig, diese auch in anderen Netzwerken wie beispielsweise Social Media zu kommunizieren, um auf das eigene Unternehmen und auf die Vorteile aufmerksam zu machen.

 

Fazit

Um Corporate Benefits in das Unternehmen zu integrieren, stehen den Arbeitgebern eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Diese Benefits unterstützen gleichzeitig bei dem Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke. Eine leistungsgerechte Vergütung ist heute nicht mehr ausreichend, um auf potenzielle Bewerber und bestehende Mitarbeiter anziehend zu wirken. Gerade die jüngere Generation sucht in der täglichen Arbeit einen tieferen Sinn, strebt nach Herausforderungen, spannenden Projekten und nach der Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. 

Neben diesen genannten Optionen, die individuell an die eigene Firmenkultur angepasst werden können, ist natürlich auch das Verhalten des Arbeitgebers gegenüber dem Mitarbeiter von großer Bedeutung. Damit sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden fühlen, sind beispielsweise regelmäßige Mitarbeitergespräche sinnvoll, um auftauchende Probleme rechtzeitig abgreifen zu können.

 

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